Gewerbe starten (Gebäudereinigung) – von 0 bis zu den ersten Kunden

Hier ist eine praktische Schritt-für-Schritt-Übersicht: wohin man geht, was typischerweise passiert und wo oft Fragen auftauchen. Keine Rechts- oder Steuerberatung – Details können je nach Region und Tätigkeit abweichen.

Kurz vorab (damit Sie ruhig bleiben)

  • Nach der Anmeldung kommt Post. Das ist normal.
  • HWK/IHK schreiben oft früh – nicht jedes Schreiben ist automatisch „Pflicht“.
  • Wichtig ist, die Tätigkeit sinnvoll zu formulieren und von Anfang an Ordnung zu halten.

1) Meisterbrief: wann ist das ein Thema – und wann meistens nicht?

Der Meisterbrief ist ein Qualifikationsnachweis im Handwerk. Er wird vor allem relevant, wenn Tätigkeiten als zulassungspflichtiges Handwerk eingestuft werden.

Bei klassischer Unterhaltsreinigung (Treppenhäuser, Büros, Praxen, regelmäßige Reinigung) wird in der Praxis häufig kein Meisterbrief verlangt.

Bei Spezialarbeiten (z. B. Fassaden, Steinreinigung, besondere Verfahren) kann es anders aussehen. Wenn Sie so etwas anbieten wollen: lieber früh klären, wie Ihre Tätigkeit eingeordnet wird.

Praxis-Tipp: Entscheidend ist oft, wie Sie Ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt beschreiben. Wenn unsicher: kurz nachfragen (Gewerbeamt/HWK).

2) Schritt für Schritt: von der Anmeldung bis „alles läuft“

Schritt 0: Mini-Plan (1 Stunde)

Bevor Sie loslaufen: Schreiben Sie kurz auf, was Sie anbieten wollen (z. B. Treppenhaus, Büro, Praxis), in welcher Region, und ob Sie allein starten oder mit Hilfe. Das hilft später bei Formularen und Preisen.

Schritt 1: Gewerbe anmelden (Gewerbeamt / Ordnungsamt)

Dort melden Sie Ihre Tätigkeit an und bekommen den Gewerbeschein. Danach werden häufig weitere Stellen automatisch informiert.

Nehmen Sie einen „Tätigkeitssatz“ mit (kurz und sauber). Beispiel: Unterhaltsreinigung / Gebäudereinigung (ohne Spezialverfahren) – je nachdem, was Sie wirklich machen.

Schritt 2: Finanzamt – steuerliche Erfassung

Nach der Anmeldung kommt meist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dort geht es grob um Tätigkeit, erwartete Umsätze/Gewinne und Ihre steuerliche Einordnung.

Hinweis: Themen wie Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) hängen von Ihrer Situation ab. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie es kurz erklären (Finanzamt/Steuerberatung).

Schritt 3: Versicherungen (sehr empfehlenswert)

In der Praxis ist eine passende Betriebshaftpflicht für Reinigungsarbeiten oft ein wichtiger Schutz (z. B. Schäden an Böden, Glas, Inventar).

Fragen Sie konkret: „Deckt die Police Gebäudereinigung/Unterhaltsreinigung ab?“ – und lassen Sie es bestätigen.

Schritt 4: HWK / IHK – hier „kleben“ viele Briefe

Nach der Gewerbeanmeldung melden sich oft HWK und/oder IHK. Die Schreiben wirken offiziell. Oft geht es um Einordnung, Informationen oder Mitgliedschaft.

HWK: HWK: Häufig sehr früh. Je nach Tätigkeit kann das Pflicht oder freiwillig sein. Inhalte sind oft: Eintragung, Beratung, Beiträge.

IHK: IHK: Meist ein Willkommensschreiben. Beiträge sind oft am Anfang niedrig oder 0 €, später kann jährlich etwas anfallen (abhängig von Region/Umsatz).

Praxis-Tipp: Nichts überstürzen. Erst verstehen, dann unterschreiben. Wenn unklar: anrufen und konkret fragen „Ist das Pflicht oder Angebot?“

Schritt 5: Preis & Angebot (damit Sie nicht „zu billig“ starten)

Bevor Sie Kunden anschreiben: Legen Sie grob fest, wie Sie kalkulieren (Stunden, Quadratmeter, Pauschale) und welche Leistungen drin sind (Material ja/nein, Anfahrt, Rhythmen).

Tipp: Schreiben Sie 2–3 Beispiel-Angebote als Vorlage. Dann sind Sie beim ersten Kunden nicht unter Druck.

Schritt 6: Erste Kunden finden (einfach, aber systematisch)

Starten Sie mit einfachen Objekten: kleine Büros, Praxen, Treppenhäuser, Läden. Viele entscheiden schnell, wenn Sie zuverlässig wirken und ein klares Angebot haben.

Praxis-Tipp: 20 Kontakte pro Woche (E-Mail/Telefon/kurz vorbeigehen) ist besser als 200 in einem Rutsch – Hauptsache regelmäßig.

Schritt 7: Wenn die ersten Kunden da sind – Ordnung machen

Sobald Sie 2–3 Objekte haben, kommen Wiederholungen: Rhythmen, Sonderwünsche, Rechnungen, Zahlungseingänge. Wenn das in Chats/Zetteln landet, wird es schnell stressig.

Hier hilft eine einfache Struktur: Kunde → Objekt → Leistung → Rhythmus → Rechnung.

3) Unterwegs: typische Fehler (die fast jeder einmal macht)

  • Tätigkeit zu unklar anmelden → später Rückfragen.
  • Briefe ignorieren → unnötiger Stress.
  • Ohne Haftpflicht starten → Risiko.
  • Preise aus dem Bauch → später Ärger.
  • Keine Ablage → EÜR/Jahresende wird schwer.

4) Kurz: wo KBRS CRM Ihnen Arbeit abnimmt

KBRS CRM ist genau für diese Phase gebaut: Wenn Kunden/Objekte regelmäßig werden und Sie nicht jeden Monat neu suchen wollen, wo was steht.

Alles lokal auf Windows, ohne Cloud, ohne Abo – einfach: Kunde → Objekt → Leistung → Rechnung.